Cubs-Spieler bei U23-WM: "Ein unbeschreibliches Gefühl"

Sie haben österreichische Baseballgeschichte geschrieben. Sie vertraten ihr Land erstmals bei einer Weltmeisterschaft. Nach 18 Tagen in Mexiko sind die beiden Cubs-Spieler Martin Proksch und Marc Seidl mit ihren Teamkollegen wieder nach Österreich zurückgekehrt. Mit im Gepäck haben sie leider keinen Sieg ihrer Mannschaft, dafür aber viele unvergessliche Momente und Eindrücke. Wie sie die Weltmeisterschaft erlebt haben, was ihnen besonders in Mittelamerika gefallen hat und was ihre erste Tat war, nachdem sie wieder in der Heimat waren, das alles und noch viel mehr erzählen sie im Interview:

 

 

Martin Proksch: "Auch die australischen Profis sind nur Menschen aus Fleisch und Blut."

18 Tage Baseball auf der Weltbühne - was war das für ein Gefühl, Martin, Teil dieser historischen U23-Mannschaft zu sein, die das erste Mal Österreich bei einer Weltmeisterschaft vertreten durfte?
Martin: Ein unbeschreibliches Gefühl. Wir haben bereits am Anfang des Jahres erfahren dass wir teilnehmen werden, aber bis zum Eintreffen am Flughafen hat man nicht wirklich realisiert, auf was für ein „Abenteuer“ man sich begibt. Die U21-Europameisterschaft war schon ein Wahnsinnsereignis, aber nicht vergleichbar mit diesem Großevent in Mexiko, an dem die Weltelite teilnahm. Es ist schon ein besonderes Gefühl als Team Österreich einheitlich gekleidet in Wien an unserem eigenen Schalter einzuchecken und dann auch noch vom Piloten während seiner Ansprache erwähnt zu werden.

Leider ist es nichts geworden mit dem erhofften einen Sieg. Wäre mehr möglich gewesen? An welches Spiel erinnerst du dich am liebsten zurück?
Martin: Leider hat es mit unserem Ziel nicht geklappt, aber wir hatten die Sache selbst in der Hand. Hier und da ein paar Fehler weniger und die Sache hätte auch ganz anders für unser Team ausschauen können. Trotz der Niederlagen haben alle Spieler gewaltige Fortschritte sowohl spielerisch als auch mental in diesen 18 Tagen gemacht. Man entwickelt sich nur weiter, wenn das Spielniveau der Gegner besser ist als das der eigenen Mannschaft. Am besten in Erinnerung geblieben ist mir das erste Spiel der WM gegen Australien, die am Ende des Turniers im Finale gestanden sind. Jeder der Spieler hat sein Bestes gegeben und wir haben mit einem Team aus Profis mitgehalten. Da haben wir gemerkt, auch wenn die meisten Spieler des australischen Teams ihren Lebensunterhalt mit Baseball verdienen, sind sie auch nur Menschen aus Fleisch und Blut wie wir. Auch wenn das Ergebnis 8:1 für Australien nicht darauf schließen lässt, aber wir haben regelmäßig Druck auf das gegnerische Team ausüben können und dadurch wurde das ganze Team beflügelt und spielte mit 120 Prozent. Leider haben wir kein Spiel gewonnen aber durch unsere Leistungen am Spielfeld und unser Auftreten neben dem Spielfeld haben wir Anerkennung der Baseball-Community erhalten und der Welt gezeigt, dass wir Österreicher auch gutes Baseball spielen können.

Welche Eindrücke konntet ihr in Mexiko über Land und Leute gewinnen? Wie gastfreundlich sind die Mexikaner?
Martin: Ich glaube, es ist egal aus welchem Land man kommt, egal ob man Profi oder Amateur ist, es gibt immer Raum um sich weiterzuentwickeln. Das haben wir als National Team Spieler realisiert und versuchen nun unsere Eindrücke an den Rest der österreichischen Baseballcommunity weiter zu geben um das Spiel Niveau anzuheben. Die Eindrücke der Bevölkerung waren durchwegs positiv.

Was war deine erste Tat, als du wieder zu Hause warst?
Martin: Ich habe ein Glas Leitungswasser getrunken. Für uns Österreicher ist es selbstverständlich das Wasser trinken zu können. Aber wenn man 18 Tage lang nur Wasser aus Flaschen konsumieren kann, ist man echt froh über unser gutes Wasser.

 

 

Marc Seidl: "Die mexikanischen Fans haben sogar Wetten auf unsere Spieler abgeschlossen."

Welches Gefühl war es für dich, Marc, bei der ersten Baseball-WM, an der Team Austria teilnehmen durfte, auf dem Spielfeld zu stehen?
Marc: Es war ein großartiges Gefühl mit diesem Team eine so einzigartige und tolle Chance wahrzunehmen. Stolz erfüllt und mit erhobener Brust haben wir die Hymne mitgesungen.
 

Wie siehst du das Abschneiden deines Teams? Wäre mehr möglich gewesen? Welches Spiel bleibt dir besonders in Erinnerung?
Marc: Es waren einige sehr knappe und gute Spiele dabei, die wir vielleicht hätten gewinnen können, aber am Ende hat es nicht gereicht. Aber das Gefühl, mit so starken Teams mitgehalten zu haben, ist einfach nur großartig. Österreich – Australien war das erste Spiel der WM. Wir gingen dank eines Homeruns von Ferdinand Obed im ersten Inning in Führung und haben die ersten Innings großen Druck auf Australien ausgeübt. Diesen Druck konnte man deutlich bei ihnen erkennen. Auch wenn es am Ende nicht für einen Sieg reichte, war es ein sehr gutes Spiel gegen den heurigen Silbermedaillengewinner.

 

Welche Eindrücke hast du in Mexiko gewinnen können? Wie gastfreundlich sind die Mexikaner?
Marc: Das Essen ist doch etwas anders als in Österreich und manchmal etwas gewöhnungsbedürftig. Die Mexikaner waren super freundlich und haben uns immer angefeuert. In den Testspielen haben sie sogar Wetten auf unsere Spieler abgeschlossen, was ich sehr lustig fand. Die mexikanischen Fans wollten auch immer Fotos mit uns machen und haben uns wie Superstars behandelt.

 

Was war deine erste Tat, als du wieder zu Hause warst?
Marc: Geschlafen, da ich den ganzen Flug lang nicht geschlafen habe

 

 

 

 

 

 

 


 

 

Last modified on Saturday, 12 November 2016 23:19

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